1999 Gardasee 15 Jahre MFBL

22.5. bis 30.5. 1999 Jubiläumstour 15 Jahre MFBL

Da hatten wir es zu unserem 15-jährigen Clubjubiläum doch tatsächlich geschafft 9 Leute unter einen Hut zu bringen und haben unsere Gardasee Tour geplant. Manche machten vorher bereits Urlaub, manche hängen nachher noch Urlaub dran, aber die Woche sind wir als Club zusammen.
So fahren wir am Freitag im Regenkombi los, die Staus auf der A3 sind ebenso endlos lang wie die Bindfäden, die es regnet. Wir kommen nach Füssen, wo wir auf einem Campingplatz Zwischenstation einlegen wollen. Angesichts der Enten, die wegen der Wassermassen bereits in den Vorgärten schwimmen, haben auch die härtesten unter uns gegen ein trockenes Zimmer in einer Pension nichts einzuwenden. Nachdem jeder seine nassen Klamotten zum trocknen aufgehängt und wir uns unter der heißen Dusche wieder auf Normaltemperatur gebracht haben, schmeckt das Weizenbier anschließend nochmal so gut. Dass es immer noch in Strömen regnete ist uns nunmehr egal.
Am nächsten Tag müssen wir jedoch feststellen, dass die Zufahrt zum Fernpaß wegen Überschwemmungen und Erdrutschen gesperrt ist. Mit langen Gesichtern, angesichts des immer noch sintflutartigen Regens und einem dicken Hals wegen der mindestens 100 km Umweg über München, überqueren wir irgendwann mittags den Brenner. Und tatsächlich, es gab die Sonne noch! Nichts wie raus aus dem Regenkombi und die letzten Kilometer zum Gardasee gehen leichter von der Hand. Auf dem Campingplatz am südlichen Ende vom Gardasee bekommen wir für unsere Zelte ausreichend Platz. Die Sonne, die leckeren Antipasti und das Flair des Sees lassen uns die nasse Anfahrt schnell vergessen.
Wolfgang und Claudia haben sich in einem Hotel ganz im Norden des Sees einquartiert und so treffen wir uns zu den täglichen Ausfahrten meist in der Mitte. Wunderschöne Strecken gibt es rund um den Gardasee. Auf der östlichen Seite des Sees, das Gebiet um den Monte Baldo mit immer wieder tollen Ausblicken von rd. 2.000 m Höhe auf den tief blauen Gardasee. Im Norden zwischen Rovereto und Trento, das Gebiet um den Monte Bondone, ebenfalls mit wunderschönen Kurven, alten Burgen, Weingebieten und Straßen, auf denen wir fast alleine unterwegs sind. Im Westen die Strecken nach und um die Seen Lago d’Idro und Lago di Ledro und einem der letzten nicht asphaltierten Strecken zum Passo di Croce Domini. Eines haben die Strecken jedoch alle gemeinsam, Kurven ohne Ende, super griffiger Asphalt und zumindest in dieser Jahreszeit mit kaum anderweitigem lästigen Verkehr. Da unsere Touren meist doch im Norden des Sees enden, müssen wir die gesamte oder einen Teil der 80 km langen Seeuferstraße zu unserem Campingplatz immer noch hinter uns bringen. Brauchten wir am ersten Tag noch eine knappe Stunde dafür, hatten wir uns am Ende der Woche dem italienischen Fahrstil angepasst und absolvierten die Strecke nur noch in einer halben Stunde. Das wir dabei die Verkehrsschilder und Linien auf der Fahrbahn nur noch als „Empfehlung“ ausgelegt haben, versteht sich von selbst. Die Abende verbringen wir in gemütlicher Runde bei Pizza, Pasta und Vino Rosso. Die Schlafsäcke werden meist recht früh aufgesucht, denn keiner will am nächsten Tag die wunderschönen Strecken/Kurven verpassen/Verschlafen. Am Ende der Woche sind die Reifen trotz der 1000km langen Autobahnanfahrt wieder rund und aus jedem Helm schaut ein zufriedenes Bikergesicht.

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